Deutsch
Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (PGD)
Offener Brief ans Auswärtige Amt
02.08.2014 
 
Sehr geehrter Herr Dr. Steinmeier,
sehr geehrte Damen und Herren,

nach Jahren der Blockade erfährt der Gaza-Streifen endlich die international gebührende Aufmerksamkeit, jedoch nicht die katastrophale humanitäre Lage wird thematisiert, in die Israel die palästinensische Zivilbevölkerung gebracht hat, sondern von fadenscheinigen Sicherheitsinteressen und dem Selbstverteidigungsrecht Israels ist in Deutschland die Rede. 

Die israelische Regierung hat für die Entführung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen die Palästinenser verantwortlich gemacht und mit dieser Begründung eine unverhältnismäßige militärische Operation gegen Palästinenser gestartet. An dieser Stelle fragen wir Sie: Was würde und sollte ein normaler demokratischer Rechtstaat in einem solchen Fall tun und wie sollte er darauf reagieren? Wir denken, an der Antwort dieser Frage sind wir uns alle einig: Ein normaler demokratischer Rechtstaat hätte rechtstaatlich gehandelt. Er hätte die Täter ermittelt und vor Gericht gestellt. Statt rechtstaatlich zu handeln, verübt Israel Vergeltungs- und Racheaktionen gegen ein ganzes Volk. Die „zivilisierte“ Menschheit schweigt dazu! Wo bleiben denn unsere rechtstaatlichen Werte, für die wir von Europa aus in der übrigen Welt mit Stolz werben? 

In den letzten Tagen und Wochen tötete Israel über  1592 Palästinenser, darunter 192 Frauen und 346 Kinder und mehr als 8668 Zivilisten wurden verletzt, unter anderem 1726 Frauen und 2590 Kinder. Mehr als 3175 Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht und weitere 2655 wurden teilweise zerstört. 22600 Wohnungen,  mehr als 121 Schulen und  16 Krankenhäuser wurden angegriffen und zerbombt. 
Weitere 16 medizinische Zentren mussten auf Grund von massiven Angriffen geschlossen werden.
Auch über 82 Moscheen und 3 Kirchen sind bisweilen nicht vom israelischen Aggressor verschont geblieben.
Zudem befinden sich aktuell mehr als 250.000 Menschen auf der Flucht und mehr als 1,2 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Elektrizität und fließendem Wasser. 


Dies sind Kriegsverbrechen gegen das palästinensische Volk, insbesondere die außergerichtlichen Tötungen und Kollektivbestrafungen. Dafür muss Israel international zur Verantwortung gezogen werden. Die israelische Besatzung und die damit verbundene Entmenschlichung und Entrechtung des palästinensischen Volkes muss sofort beendet werden.

Wir setzen uns für ein Palästina ein,  das frei von Gewalt und Diskriminierung sein soll. Wir fordern Freiheit,  Gerechtigkeit und Menschenwürde für das palästinensische Volk. 
Wir sagen an dieser Stelle erneut in aller Deutlichkeit, dass wir in unserer Aktivitäten keine rechten, antisemitischen und rassistischen Gruppen oder Parolen auf unseren Veranstaltungen tolerieren! 

Der hartverdiente Respekt Deutschlands und seine Glaubwürdigkeit in der Weltgemeinschaft dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden, indem manch Politiker aus angeblicher „politischer Korrektheit“ den Palästinenser die Schuld an der Eskalation der Gewaltspirale gibt und Israel dadurch moralische  Unterstützung gewährt. 

Aus diesem Grunde fordern wir die Bundesregierung und explizit das Auswärtige Amt auf: 
  • Auf einen Stopp der Gewalt hinzuwirken
  • Freiheit für den Gaza-Streifen zu erreichen
  • Aufhebung der unmenschlichen und unwürdigen Gaza- Blockade 
  • die Freilassung aller politischen Gefangenen zu forcieren
  • einen sofortigen Stopp der Waffenlieferung an Israel in die Wege zu leiten
  • sich für eine glaubwürdige und nachhaltige Friedenspolitik einzusetzen

 
Kundgebungen in Deutschland – Stoppt die Aggression Israels in Gaza
Presseerklärung

Berlin, 10.07.2014 – Der Nahe Osten in Aufruhr – In lange nicht mehr gesehenen Ausmaßen steht der Gazastreifen wieder unter Dauerbeschuss und die Palästinenser in der Westbank bekommen die harte Hand Israels als Besatzungsmacht zu spüren.  Einige israelische Politiker, wie der derzeitige Außenminister Avigdor Liebermann oder der Wirtschaftsminister Naftali Bennett haben auch schon konkret eine Kollektivbestrafung  gefordert und das Palästinensische Volk als Ganzes als Feind und legitimes militärisches Ziel bezeichnet, welches sich dieser Tage in den Angriffen und den Bombardements des Gazastreifens seitens des israelischen Militärs manifestiert.

Die Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland (PGD) verurteilt den militärischen Angriff Israels auf den Gazastreifen, der bisher 58 Palästinensern das Leben gekostet und 450 Zivilisten verletzt hat, in aller Schärfe und Deutlichkeit. Die PGD betrachtet diesen als „wiederholte Bestätigung für die Mordlust und Aggression Israels gegenüber den Palästinensern, sowie als Missachtung aller internationalen Gesetze und Menschenrechte“, so Suhail Abu Shammala, der Vorsitzender der PGD. Die PGD ruft die UN und explizit die Bundesregierung auf, endlich der Kriegstreiberei und Mordlust der israelischen Regierung Einhalt zu gebieten und Repressionen zu veranlassen. 

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen und auf das israelische Unrecht aufmerksam zu machen, sowie sich mit den Menschen im Gazastreifen zu solidarisieren, veranstaltet die Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V. in Kooperation mit Palästinensischen Gemeinden und Vereinen in mehreren deutschen Städten Kundgebungen und Demonstrationen.

Dortmund
Donnerstag, 10.07.2014
um 18.30Uhr in der
Katharinenstr./Ecke Schmiedingstr.(Gegenüber Dortmund Hauptbahnhof)

Berlin
Freitag, 11.07.2014
um 18Uhr am
Potsdamer Platz

Stuttgart
Samstag, 12.07.2014
um 18Uhr
Am Schloßplatz
 
Die Besatzung Jerusalems
Presseerklärung

Berlin, 06.Juni 2014 – Als Reaktion auf die anhaltende israelische Besatzung der heiligen Stadt Jerusalem und die völkerrechtswidrigen Verstöße Israels gegen die Stadt und ihre einheimischen arabischen Bewohner, sowohl christlichen als auch muslimischen Glaubens, wurde das International Executive Commitee of the Global March to Jerusalem ins Leben gerufen.
Zudem muss auf diesem Wege auf den offenkundigen Rassismus und der Apartheid der israelischen Regierung aufmerksam gemacht werden. „Zahlreiche UN-Resolutionen, sowie  das Völkerrecht und die Grundsätze der Humanität werden von Israel missachtet“, konstatiert Suhail Abu Shammala, Vorsitzender der Palästinensischen Gemeinschaft in Deutschland e.V. , „Die Organisation von Initiativen und konkreten Aktivitäten gegen die Besatzung erfordert das Engagement aller freiheitliebenden  Kräfte auf der ganzen Welt.“
Alle Verfechter des Friedens und der Freiheit müssen sich gegen die israelische Politik und ihre systematische und rassistische Homogenisierung der heiligen Stadt Jerusalem organisieren.

Die Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V. verurteilt und erinnert an die Besatzung Jerusalems im Jahre 1967 und beteiligt sich daher am 06.06.2014 am International Executive Committee of the Global March to Jerusalem .

Im Rahmen dessen organisiert die Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V. am Freitag, den 06.06.2014 in Berlin und Stuttgart Gedenkveranstaltungen, am 07.06. 2014 eine Mahnwache in  Bochum, wie auch am 08.06.2014 eine Kundgebung in Frankfurt, um auf das stetige Unrecht in Jerusalem aufmerksam zu machen. Dieses Datum fällt mit dem 47. Jahrestag der Besetzung des östlichen Teils Jerusalems, der Heimat der Al-Aqsa-Moschee, der Grabeskirche und anderen heiligen Stätten, zusammen.

 
Jerusalem – Heilige Stadt unter Apartheid
Presseerklärung
Berlin, 06.Juni 2014 – Als Reaktion auf die anhaltende israelische Besatzung der heiligen Stadt Jerusalem und die völkerrechtswidrigen Verstöße Israels gegen die Stadt und ihre einheimischen palästinensischen Bewohner, sowohl christlichen als auch muslimischen Glaubens, wurden eine Vielzahl von Initiativen ins Leben gerufen.

Es muss auf diesem Wege auf den offenkundigen Rassismus und der Apartheid der israelischen Regierung aufmerksam gemacht werden. „Zahlreiche UN-Resolutionen, sowie  das Völkerrecht und die Grundsätze der Humanität werden von Israel missachtet“, konstatiert Suhail Abu Shammala, Vorsitzender der Palästinensischen Gemeinschaft in Deutschland e.V. , „die Organisation von Initiativen und konkreten Aktivitäten gegen die Besatzung erfordert das Engagement aller freiheitliebenden  Kräfte auf der ganzen Welt.“
Alle Verfechter des Friedens und der Freiheit müssen sich gegen die israelische Politik und ihre systematische und rassistische Homogenisierung der heiligen Stadt Jerusalem organisieren.

Die Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V. verurteilt und erinnert an die Besatzung Jerusalems im Jahre 1967 und beteiligt sich daher am 06.06.2014 und an den Tagen danach an den  Aktionen verschiedener Initiativen in Deutschland.

Im Rahmen dessen organisiert die Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von palästinensischen und arabischen Gemeinden in Berlin und Deutschland am Freitag, den 06.06.2014 in Berlin und Stuttgart Gedenkveranstaltungen, am 07.06. 2014 eine Mahnwache in  Bochum, wie auch am 08.06.2014 eine Kundgebung in Frankfurt, um auf das stetige Unrecht in Jerusalem aufmerksam zu machen. Dieses Datum fällt mit dem 47. Jahrestag der Besetzung des östlichen Teils Jerusalems, der Heimat der Al-Aqsa-Moschee, der Grabeskirche und anderen heiligen Stätten, zusammen.

 
66 Jahre Nakba - 66 Jahre Vertreibung
Presseerklärung

Berlin, 14.Mai 2014 - Der 14. Mai 1948: Was die Israelis als Beginn der Geschichte des eigenen Staates feiern, bedeutet für die Palästinenser eine Katastrophe (Nakba). Nakba symbolisiert die gewaltsame Vertreibung der palästinensischen Zivilbevölkerung aus ihren Häusern, Dörfern und ihrem Land, ihre Enteignung, den Raub ihrer wirtschaftlichen und natürlichen Ressourcen, die Verdrängung oder Auslöschung ihrer Geschichte, die systematische Diskriminierung der im Gebiet des heutigen Israel verbliebenen Menschen.

Im Zuge der Staatsgründung Israels 1948 wurden drei Viertel der arabischen Bevölkerung Palästinas vertrieben. Mit Einschüchterungen, Massakern  und Angriffen auf Dörfer und ZivilistInnen. In Deir Yassin, trieben die militärischen Verbände der zionistischen Bewegung die einheimische arabische Bevölkerung systematisch aus ihren Dörfern. Mit einem Schlag wurden rund 800 000 Menschen entwurzelt. 

In den Jahren nach der Staatsgründung versuchte die zionistische Armee, die Spuren der arabischen Gesellschaft weitgehend auszulöschen. Über 500 Dörfer wurden zerstört, Straßen und Dorfnamen geändert, die Vertriebenen enteignet. Auch den Palästinenser, die als intern Vertriebene innerhalb der neuen israelischen Grenzen lebten, wurde der Zugang zu ihren Häusern und Dörfern verweigert. Die neuen Tatsachen wurden durch verschiedene Gesetze zementiert. Rückkehrende Flüchtlinge wurden hart bestraft, viele erschossen. Einen Großteil des palästinensischen Landes eignete sich der israelische Staat an. 

Zur Vertuschung der ethnischen Säuberung wurden verschiedene Mythen gebildet. Es hieß, die Palästinenser seien freiwillig gegangen oder von arabischen Nachbarstaaten zur Flucht aufgefordert worden. Auch der alte Mythos vom "Land ohne Volk für ein Volk ohne Land" oder der "Wüste, die zum Erblühen gebracht wurde", sollte helfen, die Vertreibung zu leugnen. Diese Behauptungen halten historischen Fakten nicht stand. 

„Es ist bedauerlich, dass die Weltöffentlichkeit und besonders die Bundesregierung gegenüber diesem Unrecht schweigt und dass das Recht auf menschenwürdige Behandlung und das legitime Recht auf Rückkehr der Palästinenser mit Füßen getreten wird“, beschreibt Suhail Abu Shammala, Vorsitzender der Palästinensischen Gemeinschaft in Deutschland e.V. das Handeln der Bundesregierung und fordert von dieser „ihrer politischen Verantwortung gegenüber jedem Flüchtling gerecht zu werden und sich für ihre elementaren Menschen- und Bürgerrechte einzustehen.“

 
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