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Kleinkind stirbt bei Brandanschlag in Duma/ Nablus - mehr als 11.000 Gewaltakte durch israelische Siedler seit 2004
Berlin, 01.08.2015. Mit scharfen Worten verurteilte der Vorsitzende der Palästinensischen Gemeinschaft in Deutschland, Suhail Abu Shammala, den Brandschlag auf palästinensische Häuser in Duma, südlich von Nablus in der Westbank. Das 18 Monate alte Kleinkind Ali Saad Dawabsha starb, seine Eltern und sein 4-jähriger Bruder wurden schwer verletzt.

Israelische Siedler hatten in der Nacht vom 30.07.2015 zwei Häuser von palästinensischen Familien in Brand gesetzt und  rassistische Parolen auf die Hausmauer geschmiert. Der erst 18 Monate alte Ali Saad Dawabsha starb, seine Eltern und sein Bruder wurden bei dem Brandanschlag so schwer verletzt, dass sie in Lebensgefahr schweben. Solch brutale und menschenrechtsverachtende Morde passieren nicht zum ersten Mal.  Erst im Sommer 2014 wurde der 14-jährige palästinensische Junge Mohammed Khdair aus Jerusalem  von israelischen Siedlern entführt und gewaltsam verbrannt.

Durch   den   Bau   der   Apartheidsmauer,   durch   israelische   Siedlungen und militärische Anlagen ist ein Großteil der Westbank den Palästinensern nicht zugänglich. „Und die Menschen, die heute gegen diesen Landraub protestieren, werden von israelischen Soldaten und radikalen Siedlern angegriffen und verletzt, nicht selten mit Todesfolge wie im Fall des Kleinkinds Ali Saad Dawabsha“, beschreibt Suhail Abu Shammala die Umstände.

Regelmäßig attackieren radikale israelische Siedler die palästinensische Bevölkerung und deren Eigentümer. "Seit 2004 gab es mehr als 11.000 Übergriffe auf palästinensische Häuser, Autos, Kirchen, Moscheen, Bäume und weiteres Eigentum, die bis heute straflos geblieben sind", so Suhail Abu Shammala in einer Stellungnahme. "Wir sehen die Verantwortung für die brutale Ermordung des Kleinkinds Ali Saad Dawabsha und die Verletzung seiner Eltern und seines Bruders bei der israelischen Regierung. Dies ist eine direkte Folge der jahrzehntelangen Dekaden einer Straflosigkeit gegenüber dem Siedlerterrorismus seitens der israelischen Regierung", fügte er hinzu. 

Trotz internationalem Konsens über die Völkerrechtswidrigkeit der Siedlungen, hat die israelische Besatzungsmacht den Bau von 300 neuen Siedlerwohnungen in Bet EL sowie 500 neue Wohnungen in Ost-Jerusalem angekündigt. Die EU hatte Israel aufgefordert, diese Beschlüsse zurückzunehmen. Auch der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Baugenehmigungen.